Regeln für Online Shops – lohnt sich der Internet- Handel noch?

Was war das früher so schön, als man als Unternehmer mit einem Online Shop wirklich gute Umsätze machen konnte? Egal, ob man die Waren selbst lagerte und versendete oder ob man das rentable Dropshipping nutzte, war es möglich mit gezielter Werbung für seinen Shop viele Hunderttausend Euro im Jahr zu verdienen.

Der Schwerpunkt lag beim „Handeln“ und jeder Unternehmer war in seinem Element, als er zuvor sorgfältig ausgesuchte Waren in alle Welt verkaufen konnte. Doch was hat sich zwischenzeitlich geändert?

Ein Interview mit einem Profi, der seit 20 Jahren einen sehr erfolgreichen weltweiten Shop betreibt erzählt, dass er mittlerweile ca. 90 % seines Gewinns in Juristen und Spezialisten investiert, die in jedem seiner Handelsländer für ihn tätig werden müssen. Obwohl es heißt, dass wir ein gemeinsames Europa haben, muss in jedem Land einzeln eine Steuererklärung abgegeben werden. Es muss die „Pappentsorgung“, wie auch die „Elektromüllentsorgung“ angemeldet und bezahlt werden. Wer das versäumt zahlt astronomische Ordnungsgelder, die in keinem Verhältnis zu den Lieferzahlen in das entsprechende Land stehen. Bei Finanzämtern werden sogar oftmals sofort Strafverfahren eingeleitet! Wer sich ordentlich in allen EU-Ländern anmelden möchte, muss mit rund 48.000 € Anmeldegebühren rechnen.

Dann gibt es Zahlsysteme, bei dem der Kunde mit einer großen Anzahl an „Behauptungsmöglichkeiten“ sein Geld spielend wieder zurückholen kann. Diese Behauptungen werden in der Regel nur sehr oberflächlich geprüft, sodass der Verkäufer in der Regel in die Röhre schaut und am Ende seine Ware ohne einen Cent Bezahlung abgeben muss. Dies entscheidet aber nicht etwa ein Richter, sondern „ein Mitarbeiter“ dieses Zahlungssystems! Der Verkäufer muss dann erneut einen Rechtsanwalt beauftragen, der dann in einem monatelangen Prozess die Ware oder den Kaufpreis wieder einklagen muss.

Zudem gibt es dann auch noch die Bewertungsportale, die einem Händler das Leben ebenfalls schwer machen können. Denn auch da gibt es Agenturen, die diese Bewertungen zum Guten, aber auch zum Schlechten manipulieren können. Auch unter den Händlern besteht oftmals ein Krieg, weswegen auch teure Abmahnungen auf der Tagesordnung stehen.

Aber der größte Schaden entsteht durch die Gesetzgebung, die es Kunden erlaubt, mit einem Händler umzugehen, wie er es möchte. Wer eine Ware Online kauft, kann diese 14 Tage lang wieder zurückgeben. Ob die Verpackung zerstört wurde oder die Ware nicht mehr als Neuware verkauft werden kann, spielt dabei keine Rolle! Sogar das Porto muss der Verkäufer ersetzen! Dies löst eine Willkür sondergleichen aus, welche beim Kauf von Kleidung den größten Schaden anrichtet. So ist es mittlerweile selbstverständlich geworden, dass die Kunden sich Kleidung „kaufen“, die sie dann für ein paar Anlässe tragen und dann wieder auf Kosten des Shops zurücksenden. Die recherchierte Prozentquote ist so unglaublich hoch, dass wir diese Angaben nicht veröffentlichen wollen!

Fassen wir also zusammen…jeder einzelne der 28 EU-Staaten möchte Steuern und mehrfache Müllentsorgung, egal wie viele Artikel tatsächlich verkauft werden. Zahlungssysteme buchen nach „eigener Prüfung“ die Kundengelder wieder zurück. Bewertungsportale werden für „Rachebewertungen“ oder vorsätzliche Verunglimpfungen missbraucht. Zudem kann man immer wieder mit Abmahnungen rechnen. Auch hat sich das Verbraucherrecht so entwickelt, dass der Kunde eigentlich immer nur zeitweise „eine Pfandzahlung“ beim Kauf hinterlegen muss, die er selbst nach mehrmaliger Nutzung der Ware wieder zurück fordern kann. Da man in der Regel meistens nur einmal seine Kleidung „neu präsentieren“ kann, reicht das vielen Kunden auch vollkommen aus. Man wirkt, als ob man immer wieder neue Kleidung hat und gibt im Grunde kein Geld aus.

Dennoch scheint es, als ob Onlineshops bestens funktionieren? Aber warum funktionieren manche Shops?

Weil hinter funktionierenden Onlineshops meist viele einzelne kleine Händler stehen, die genau die oben genannten Schikanen auf eigene Kosten regeln müssen. Eine solche Plattform kassiert an allen einzelnen Verkäufen mit und erfüllt dennoch gegenüber den Kunden die besten Bedingungen bzgl. Versand und Rückgabe. Aber wie geht es den einzelnen Händlern, die tatsächlich diese „Störfälle“ mit eigenen Mitteln ausgleichen müssen?

Die Antwort…

…es interessiert niemanden!

 

 

 

 

Ersten Kommentar schreiben

Antworten